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Der PTA-Blog

Berater Thomas Heinze im Interview

"Mich begeistern Menschen, die Dinge mal neu machen, voranbringen und mutig sind."

Welches sind Deine Tätigkeitsschwerpunkte in der PTA?

Ich bin im gesamten Bereich der Führungskräfteentwicklung unterwegs, in verschiedensten Settings. Ob das Veränderungsmanagement oder Führen vor Ort ist... Reflecting Leadership-Module, Führungsleitbilder oder Schichtleiter-Trainings. Ich mache Führungskräftetraining auf mehreren Ebenen. Dann beschäftige ich mich mit dem Thema digitales Arbeiten, beziehungsweise Videodreh und Online-Veranstaltungen. Das ist ein großer Schwerpunkt im Moment, genauso wie die Prozessbegleiter-Ausbildung.

Was bedeutet Transformation für Dich in Deiner täglichen Arbeit?

Transformation betrifft alle Unternehmen. Sie müssen hinschauen und sich fragen: Wohin muss ich mich entwickeln? Und das vor dem Hintergrund einer noch nicht planbaren Zukunft. Ich glaube die große Herausforderung ist, dass wir gerade in eine Zeit steuern, die so noch nie da gewesen ist. Und dass wir wenig bis gar nicht auf unsere Erfahrungen zurückgreifen können, weil wir gar nicht wissen, ob das was wir bisher gemacht haben morgen überhaupt noch Relevanz hat. Das heißt, Unternehmen müssen sich verändern und aus ihren gewohnten Strukturen ausbrechen. Sie müssen Dinge neu denken, sich transformieren, sich ändern. Das verlangt Menschen, die vielleicht auch auf einer grünen Wiese etwas Neues entwerfen, entdecken, Dinge auch mal neu denken, anders gestalten.

In diesen Veränderungsprozessen unterstützen wir, etablieren neue Arbeitsweisen und liefern Gedankenanstöße. So, dass die Entscheider neue Wege gehen. Aufgrund unserer Erfahrung in den unterschiedlichen Arbeitswelten, in denen wir unterwegs sind, kann ich Erfahrungswerte und neue Denkweisen auch in andere Unternehmen miteinfließen lassen. Ein gutes Beispiel ist das Thema Upward Feedback bei einem Kunden. Wenn wir mit einem anderen Kunden über Führungskräfteentwicklung sprechen, können wir den Führungskräften sagen: „Hey, ihr braucht mal komplexere Feedbackprozesse, ihr müsst das auf mehreren Ebenen denken. Und ihr solltet nicht nur eine stumpfe Rückmeldung dazu geben, was ihr gut oder schlecht findet.”

Mich begeistert es, wenn Menschen bzw. Führungskräfte sich ehrlich in diesen Prozess hineinbegeben und neue Wege beschreiten, die sie erfolgreich machen. Dies mitzuerleben, daran einen Anteil zu haben, das motiviert mich und begeistert mich. Mich begeistern genauso andere Menschen, die Dinge mal neu machen, voranbringen und mutig sind... Und daraus dann ein positives Erlebnis generieren, das sie selbst motiviert und sie so auch nochmal neue Lebensfreude aus Jobperspektive erfahren. Ich erlebe zu viele Führungskräfte, die frustriert ihren Job machen und sich fragen: “Was tue ich eigentlich hier?“ Ich finde es sehr ermutigend, wenn Menschen anders sind und Dinge auch selbst anders erleben.

Wie sieht unsere Arbeitswelt in fünf Jahren aus?

Auf jeden Fall anders als heute. Ich glaube, wir werden uns irgendwie arrangiert haben mit hybriden Arbeitsmodellen. Menschen werden viel flexibler eingesetzt. Wir werden hoffentlich an einigen Stellen eine neue Führungskultur haben, die sich ernsthaft und ehrlich mit Menschen auseinandersetzt. In der man nicht nur pseudomäßig Buzzwords benutzt und nach innen nichts Konkretes dafür tut.

Die Arbeitswelt wird nicht planbar sein. Wenn jemand sagt: „Ich bin in fünf Jahren in dieser Position.“, dann lautet meine Antwort: „Das ist ein netter Wunsch. Ob das jemals stattfinden wird, weiß heute keiner.“ Der Grund dafür ist die gesamte globale Veränderung, in der wir gerade stecken. Ich glaube es ist sehr deutlich geworden, dass wenig langfristig planbar ist. Und das ist etwas, woran sich die Arbeitswelt kontinuierlich anpassen können muss.

Ich vermute, dass wir in fünf Jahren noch mehr flexible und agile Unternehmen erleben werden, weil die Notwendigkeit einfach besteht, darauf hinzuarbeiten – auf der einen Seite. Auf der anderen Seite glaube ich, dass wir auch in fünf Jahren noch viele Traditionsunternehmen erleben werden, die diesen Wechsel noch nicht gemacht haben oder die noch auf dem Weg sind und noch nicht so weit sind.

Ich glaube schon, dass sich in der Unternehmenswelt eine Spaltung ergeben wird. Ich bin mir heute nur noch nicht sicher, welche Art des Arbeitens erfolgreicher sein wird. Ob es das Beständige ist, wo man sich auf wenige Dinge konzentriert, aber dafür intensiv und richtig. Oder ob es das Arbeiten ist, bei dem „wir alles in Frage stellen, hochflexibel sind und uns an jedem neuen Ding orientieren, das kommt.“ Das fällt mir schwer, dazu eine Aussage zu treffen. Ich glaube, dass sich dort Unterschiede ergeben werden und, dass wir auf dem Weg sind in eine nicht mehr so einheitliche Industriedenke zu gehen. Wir werden viel Unterschiedliches und höher technologisiertes erleben. Das ist glaube ich auch ein ganz wichtiger Punkt. Die Digitalisierung und Technologisierung, wenn wir über KI sprechen, die wird deutlich gestiegen sein.

Welche Kompetenz(en) brauchen Führungskräfte jetzt?

Führungskräfte brauchen mehr Resilienz, also Widerstandskraft. Dann auf jeden Fall Anpassungsfähigkeit. Ich glaube, Führungskräfte brauchen immer mehr Selbstreflexionsfähigkeiten und einen Blick auf sich selbst: „Wie führe ich mich selbst, damit ich andere führen kann?“ Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Flexibilität, Mut – ist das eine Kompetenz? Es braucht mutige Menschen. Mutige Führungskräfte, die auch mal Entscheidungen treffen und zu dem stehen, was sie sagen.

Welches Buch sollte jede Führungskraft oder jede:r Unternehmer:in gelesen haben?

"Die angstfreie Organisation: Wie Sie psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz für mehr Entwicklung, Lernen und Innovation schaffen" von Amy Edmondson. Ich glaube, dass erfolgreiche Unternehmen einen großen Fokus darauflegen sollten einen psychologisch sicheren Arbeitsplatz zu schaffen, in dem sich Menschen innovativ und frei bewegen können. Das Buch erklärt sehr gut und detailliert, was psychologische Sicherheit ist und wie man sie erreichen kann.

Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit treffen könntest, egal ob tot oder lebendig: Wer wäre es und warum?

Eigentlich stelle ich Menschen nicht gerne auf einen Thron. Ich bin ein Fan von realen Helden. Aber: Ich würde Steve Jobs gerne mal kennenlernen. Seine Biografie hat mich fasziniert, insbesondere wie er sich mit seinen Ideen gegen die allgemeine Meinung von Experten durchgesetzt und sich nicht von seinem Vorhaben hat abbringen lassen. Für mich ist er ein perfektes Beispiel dafür, dass Dinge so lange als nicht machbar gesehen werden, bis jemand kommt und es macht. Solch einen Mut bräuchten wir viel mehr.

Welcher PTA-Moment ist Dir ganz besonders in Erinnerung?

Mein erster Jour Fixe in Herford, als ich gerade einmal zwei Wochen an Bord war. Es hat sich so angefühlt, als wäre ich schon Jahre bei der PTA gewesen. Ich war voll integriert und zwischenmenschlich hat es sich sehr harmonisch angefühlt. Natürlich kannte ich viele schon länger durch vorherige Zusammenarbeiten. An dem Tag dachte ich: “Okay, hier bin ich genau an der Stelle, an der ich sein will.” Diese Wertschätzung hat sich eingeprägt und ich erlebe sie auch heute noch.


Wir freuen uns auf Ihren Anruf.  Gern stellen wir uns und unsere Leistungen vor. Eine erste Diskussion von Zielen und Ansatzmöglichkeiten ist im Rahmen eines unverbindlichen Kennlerngesprächs möglich.

 

 

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