PraxisNews

Der PTA-Blog

Ein Virus animiert zum Wandel

Wertvolles aus den letzten Monaten

Ein Rückblick auf die letzten 12 Monate zeigt in erster Linie viele persönliche Herausforderungen. Eine große Unsicherheit, das Wegbrechen von Planbarkeit, Druck auf vielen Ebenen, die Sorge um die eigene Gesundheit und die der Familie, eine auf den Kopf gestellte Work-Life-Balance und das Auseinanderreißen unserer sozialen Gefüge – all das hat von uns allen viel gefordert.

Auch in den Unternehmen war die Unsicherheit groß. Ganzen Branchen brach das Geschäft weg, Lieferketten funktionierten nicht mehr, Prozesse mussten umgestellt, die Mitarbeiter und Führungskräfte ins Homeoffice geschickt werden, Schichten wurden umorganisiert, Kommunikation und Führungsarbeit mussten rasant in den digitalen Raum verlegt werden.

Und doch zeigt sich auch – all das hat unsere persönliche und die organisationale Veränderungsbereitschaft deutlich erhöht und Veränderungsprozesse angestoßen, aus denen wir viel Wertvolles mitnehmen können in das „Neue Normal“.

 

Wertvolles: Arbeit aus dem Homeoffice

Im Jahr 2021 befürchteten Führungskräfte noch immer eine geringere Produktivität ihrer Mitarbeiter im Homeoffice. Eine Studie von Capgemini Research aus Dezember 2020 belegt jedoch das Gegenteil: Fast 70% der deutschen Unternehmen nahmen im 3. Quartal 2020 eine Erhöhung der Produktivität wahr – im Ländervergleich verzeichneten deutsche Unternehmen sogar den höchsten Produktivitätsgewinn im Homeoffice.

Mitarbeiter begründeten diese Steigerung mit flexibleren Arbeitszeiten, dem Wegfall der Arbeitswege und weniger Ablenkung durch Kollegen. Durch weniger Geschäftsreisen ergab sich mehr Zeit für Freizeit und Familie, die Arbeit konnte gezielter und effizienter ausgeführt werden.

Auch die Selbstorganisation hat sich weiterentwickelt. Auch wenn Kita- und Schulschließungen oder die persönliche Wohnsituation teilweise große Herausforderungen für die Arbeit im Homeoffice mit sich brachten – Mitarbeiter haben in den letzten Monaten an vielen Stellen gezeigt, dass sie mit den passenden Tools ihre Arbeit sehr gut selbst organisieren können und nicht ständigen Kontakt mit ihrer Führungskraft brauchen. Das steigerte an vielen Stellen den Reifegrad und entlastete die Führungsarbeit.

Wir beobachten – trotz einer großen Sehnsucht nach Kontakt und Normalität – auch, dass Teams auch online sehr gut zusammenarbeiten können und auch die Verbundenheit nicht zwingend leiden muss. Viele Unternehmen haben z. B. eine digitale Kaffeepause etabliert, um den informellen Kontakt ermöglichen. Dort wo die Ziele und Rollen klar, die passenden Tools und digitale Infrastruktur vorhanden und die richtigen Kompetenzen zusammenkommen nehmen wir wahr, dass Teams über die virtuelle Arbeit einen großen Entwicklungssprung machen konnten. All das sind Ergebnisse, auf die wir auch in Zukunft weiter aufbauen können.

 

Wertvolles für die Organisation

Vor allem die Digitalisierung hat vielerorts eine rasante Entwicklung durchgemacht. Sehr schnell konnte an vielen Stellen digitales Arbeiten vorangetrieben werden. Digitale Meetings schaffen mehr Effizienz und eine noch engere Zusammenarbeit mit Kunden und Kollegen. Ein Learning: Auch komplexe oder emotional aufgeladene Themen können online erfolgreich bearbeitet werden.

Abläufe und Prozesse wurden vielerorts in einem hohen Tempo verändert und angepasst, Prozessleistungen wurden erhöht, um die Kunden weiter bedienen zu können. Reaktionszeiten verkürzten sich und Prozesse wurden durch neue Marktbedingungen ganz neu gedacht. Geschäft wurde in den digitalen Raum verlegt und neue Geschäftsfelder erschlossen.

Wir beobachteten, dass das Tagesgeschäft häufig in kurzer Zeit stabilisiert werden konnte, eine veränderte Regelkommunikation stellte auch digital die nötigen Informationsflüsse sicher. Spezialisten mit den neu benötigten Kompetenzen wurden eingestellt und sogar ganz neue Unternehmensbereiche oder Startups gegründet.

In kurzer Zeit haben Unternehmen neue Dienstleistungen etabliert, wie z. B. die Lieferdienste im Lebensmitteleinzelhandel oder sie stellten die ganze Produktion um und stellten Masken oder Beatmungsgeräte her – eine beeindruckende Leistung und eine hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft. Dabei zeigte sich auch, dass der Purpose, der Sinn und Zweck und die eigenen Werte wieder stärker in den Fokus gerückt sind. Unternehmen beschäftigten sich stärker mit Nachhaltigkeit oder mit ihren Alleinstellungsmerkmalen.

Ein weiteres wertvolles Learning: Kooperationen machen uns stark. Wir haben gelernt, dass wir stärker voneinander abhängig sind – Corona kennt keine Ländergrenzen und unterscheidet nicht zwischen Nationalitäten, Hautfarbe oder sozialem Status. An vielen Stellen haben wir beobachtet, dass international, überregional sehr schnell und vorbildlich kooperiert und sich gegenseitig geholfen wurde – ob in der Wirtschaft, der Forschung, in Politik oder Kultur.

 

Wertvolles für die Führung

Führungskräfte mussten in den vergangenen Monaten an vielen Stellen ihre Führungsarbeit auf Distanz gestalten. Sie mussten ihre Kommunikation verändern und auch mancherorts auch mit der Tatsache umgehen, dass Schwächen oder schwelende Konflikte plötzlich sichtbar wurden.

Dabei haben viele Führungskräfte gelernt, die Eigenverantwortung ihrer Mitarbeiter zu stärken, Kontrollmechanismen abzubauen und den Fokus auf das Ergebnis und nicht auf den Prozess zu richten. Feedback stieg in seiner Bedeutung, die Menschen standen mehr im Mittelpunkt – heute zeigt sich mehr denn je, dass ausgereifte soziale Kompetenzen bei Führungskräften und Mitarbeitern zu einer echten Stärke werden. Gemeinsame Erfolge haben auch hier an vielen Stellen das Vertrauen gestärkt und den Reifegrad der Beziehungen deutlich erhöht.

 

Fazit

Insgesamt glauben wir, dass es sich lohnt, den Blick auf das Wertvolle zu richten, dass sich aus der großen Jahrhundert-Herausforderung Corona ergibt. Jede Organisation hat in ihrer individuellen Situation ihre eigenen Entwicklungen durchgemacht. Diese systematisch zu beleuchten und auszuloten, an welchen Stellen begonnene Veränderungsprozesse weitergeführt und ausgebaut werden sollten ist ein wichtiger Schritt ins neue Normal und macht uns stärker und widerstandsfähiger für die Zukunft.

 


Gerne begleiten wir Sie bei dieser Analyse. Wir haben ein Workshop-Angebot zusammengestellt, das Sie und Ihr Team bei der gemeinsamen, zielorientierten Auseinandersetzung mit den Erfahrungen aus 2020 und bei der Reflexion neu erworbener Stärken unterstützt.

Mehr Informationen finden Sie hier.


Wir freuen uns auf Ihren Anruf!  Gerne stellen wir uns und unsere Leistungen in einem persönlichen Gespräch vor. Eine erste Diskussion von Zielen und Ansatzmöglichkeiten ist im Rahmen eines unverbindlichen Kennenlerngesprächs möglich.

 

 

PTA Praxis für teamorientierte Arbeitsgestaltung GmbH

 

Standort Köln

Venloer Straße 19 
50672 Köln
T +49 221 921 6680
F +49 221 921 6687
E koeln@pta-team.com

Standort Herford 

Mary-Somerville-Boulevard 3
Gebäude B32049 Herford
T +49 5221 76 12 588

F +49 5221 76 15 564
E herford@pta-team.com