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Aug

Entdecken Sie Ihre Persönlichkeit neu!

Persönlichkeitsprofile konstruktiv nutzen

Persönlichkeitsprofile sind der Versuch, ein möglichst objektives Bild über das Verhalten und die Persönlichkeit einer Person zu ermöglichen. Dabei ist die Bezeichnung „Test“ zumindest bei seriösen Verfahren irreführend, denn es geht nicht darum, besonders „gut“ abzuschneiden. Im Mittelpunkt steht viel mehr, ein vielschichtiges und möglichst genaues Bild der eigenen Persönlichkeit zu erhalten und dafür auch unbewusste Verhaltensweisen und Einstellungen zu erfassen.

Einsatz von Persönlichkeitsverfahren

Unter bestimmten Bedingungen sind Verfahren dieser Art für die persönliche Selbsterkenntnis sehr hilfreich. Damit können sie bei individueller Beratung und in Coachingprozessen unterstützend eingesetzt werden. Notwendige Voraussetzungen sind dabei eine vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Teilnehmer und Berater bzw. Coachee und Coach sowie Klarheit über die ausschließliche Verwendung der Ergebnisse. Persönlichkeitsprofile finden zudem Anwendung in Trainings, dort vor allem als Einstieg in das eigene Selbstbild und die Selbstbeschreibung des eigenen Verhaltens. Ein weiteres Einsatzfeld ist die Bewerberauswahl, dort werden sie zum Beispiel in Assessment-Centern eingesetzt.

 

Was erfährt man durch Persönlichkeitstests?

In den verschiedenen Persönlichkeitstests werden sehr unterschiedliche Dinge erfasst, wie z. B. Verhaltensweisen, Einstellungen, Überzeugungen.  Wertvorstellungen, Vorlieben, Stärken oder Schwächen. Es scheint verlockend: Selbsterkenntnis durch ein Testverfahren. Aber welcher Nutzen kann konkret aus einem bestimmten Testverfahren gezogen werden und welche Grenzen gibt es im Einsatz der Verfahren?

Ideal: Die konstruktive Selbsterkenntnis

Idealerweise bringt das Ergebnis eines Persönlichkeitsprofils ein positives „Aha“-Erlebnis. Es kann sehr hilfreich für das eigene Handeln sein, ein umfassendes Bild der eigenen Persönlichkeit auf einer objektiven Ebene zu bekommen. Es ermöglicht damit, eigene „blinden Flecken“ besser kennen zu lernen und sich aktiv mit ihnen auseinanderzusetzen. Gute Verfahren legen dabei immer den Schwerpunkt auf die Stärken und Potenziale, nicht auf die Schwächen und Defizite. Weiterhin werden Ansatzpunkte und Hilfestellungen angeboten, wie die persönlichen Fähigkeiten und Neigungen weiter ausgebaut und genutzt werden können.

In all diesen Fällen ist es empfehlenswert, professionelle Auswertungsunterstützung z. B. in der Form eines Auswertungsgespräches mit einem qualifizierten Berater zu haben. So wird vermieden, allein mit sich und dem Ergebnis zu selbstkritisch zu sein, eventuell unsicher zu werden oder hinderliche Verhaltensweisen aufzubauen. Ein guter Berater wird im Gespräch gemeinsam mit dem Teilnehmer konstruktive Schlussfolgerungen und Maßnahmen erarbeiten.

Ergebnisse sollten als das gesehen werden, was sie sind: Denkanstöße. Niemand kann mittels eines Tests eine Persönlichkeit zu 100% erfassen. So gut und treffend manche Verfahren auch sind, so können diese in der Regel nicht abbilden, inwieweit bereits Veränderungen oder Bewusstseinsprozesse aktiv sind. Entscheidend ist, positive und konstruktive Anregungen daraus für sich nutzen.

Das DiSG Persönlichkeitsprofil: Ein Tool zur Unterstützung der Selbstreflexion

Das DiSG®-Persönlichkeits-Profil wurde von dem Psychologen William Marston und John Geier, Professor für Verhaltenspsychologie, entwickelt. Das Persönlichkeits-Modell kann als Handlungsmodell verstanden werden. Das bedeutet, dass das Profil in bestimmten Situationen vor allem als Einstieg für die Selbstbeschreibung des eigenen Verhaltens verwendet wird. Das Ergebnis spiegelt den Status Quo des eigenen Verhaltens. Die Buchstaben DiSG® kürzen folgende vier Verhaltensstile ab: Dominant, Initiativ, Stetig, Gewissenhaft. Damit sind zunächst die groben Verhaltenstypen skizziert, unter die sich Menschen innerhalb dieses Systems einordnen lassen.

Nun geht es aber nicht allein darum, die Zuordnung zu einem Typ vorzunehmen, sondern vielmehr herauszufinden, welcher Typ in welchen Anteilen in welcher Kombination innerhalb einer Persönlichkeit vorherrscht. Damit ist das System weit komplexer, als es zunächst den Anschein hat. Der Nutzen besteht im konkreten alltäglichen Umgang mit den vier Verhaltensdimensionen. Sie ermöglichen damit auch die Einschätzung des Verhaltens des Gegenübers. In Trainings mit dem Einsatz des DiSG wird den Teilnehmer vermittelt, Teammitglieder, Kunden, Mitarbeiter, etc. besser in deren Verhalten kennen zu lernen und dadurch das eigene Verhalten auf den Verhaltensstil des Gegenübers ausrichten zu können.

Gleichzeitig besteht dabei die Gefahr, dass das äußerst komplexe Phänomen „Persönlichkeit“ auf vier Typen (bzw. Mischtypen) reduziert wird und somit das Denken in „Schubladen“ fördert. Ferner sollte bedacht werden, dass es sich bei einer Einschätzung des Gegenübers im Wesentlichen nur um eine Projektion eigener Gedanken handeln kann, weil weder der Laie noch der Experte einen anderen Menschen aufgrund eines selbstbeschreibenden Tests „objektiv richtig“ einschätzen kann. Bei dem Erkennen des Verhaltens anderer handelt es sich um ein Wiedererkennen von Verhaltensmustern, wie sie im DiSG-Modell zuvor beschrieben wurden. Dennoch kann die Erkenntnis für Menschen nützlich sein, die sich der Tatsache nicht bewusst sind, dass jeder Mensch die Welt anders wahrnimmt und andere Reaktionsweisen zeigt.

Im Persönlichkeitsverfahren DiSG erfolgt die Durchführung und Auswertung nach festen Standards. Die Ergebnisse werden digital ausgewertet, eine Interpretation der auswertenden Person fließt nicht ein. Es gibt es eine Reihe von Fragen, bei denen die betreffende Person die zutreffenden Antworten ankreuzt bzw. jeweils das am meisten und am wenigsten Zutreffende markiert.

Die einzelnen Typen des DISG®

Die einzelnen Typen lassen sich kurz wie folgt charakterisieren:

Typ D – dominant – Personen, die vor allem diesem Typ entsprechen, wirken durchsetzungsfähig, risikobereit, entscheidungsfreudig, konsequent und direkt. Sie treten häufig autoritär auf und übernehmen gerne das Kommando.

Typ I – initiativ – I-Typen wirken teamfähig und kommunikativ, knüpfen gerne Kontakte und unterhalten andere Menschen. Sie können andere mitreißen und begeistern und zeichnen sich durch Optimismus und Vielseitigkeit aus.

Typ S – stetig – Personen dieses Typs wirken sympathisch, hilfsbereit, loyal-konservativ, beständig und geduldig. Sie entwickeln in der Regel ein spezielles Können und halten sich gerne an festgelegte Arbeitsläufe.

Typ G – gewissenhaft – G-Personen wirken qualitätsbewusst und streben nach Perfektion. Sie hinterfragen kritisch, analysieren und konzentrieren sich auf Fakten. Auch sie nehmen gerne definierte Arbeitsabläufe an, wenn diese qualitativ hochwertige Ergebnisse gewährleisten.

Nutzen des DiSG®- Persönlichkeitsprofils

Das DiSG® gibt zu verschiedenen Fragen Informationen – z. B.: Welche Stärken hat der Teilnehmende? Welchen Arbeitsstil wird bevorzugt? Welches Umfeld braucht der Teilnehmende, um sich optimal zu entfalten?  Was sollten Kollegen tun, um mit dem Teilnehmenden gut auszukommen? Welche Konfliktpotentiale gibt es und wie lassen sich diese schon im Vorfeld reduzieren?

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