17
Mrz

Schlanke Prozesse mit Lego?

Mitarbeiter und Führungskräfte erfolgreich auf Prozessarbeit vorbereiten

Wer kennt das nicht? Viele Meter braunes Papier, gespickt mit bunten beschriebenen Karten, verbunden mit unzähligen Linien und Pfeilen. Meist entstehen diese Abbildungen von Prozessflussanalysen in Workshops. Dort sitzen die Beteiligten der einzelnen Bereiche zusammen, mit Hilfe eines Moderators wird das Wissen zum betreffenden Prozess zusammen getragen und visualisiert. Der Anlass ist in der Regel eine Störung im Prozess oder Kennzahlen, die nicht dem Soll entsprechen. Am Ende liegen meistens viele rote Karten, die die Schwachstellen und Störungen aufzeigen sollen. Ein Maßnahmenplan hilft bei der strukturierten Umsetzung.

Schlanke Prozesse Planspiel


Betriebsblindheit trübt die Wahrnehmung für Verschwendung

So weit, so gut. Oder vielleicht doch nicht? Die Erfahrung zeigt, dass die Teilnehmer eines solchen Workshops das Prozessbild bereits nach kurzer Zeit nicht mehr wirklich erklären können. Die Gründe hierfür können vielfältig sein, ein Aspekt zeigt sich aber immer wieder: Die Mitarbeiter in den Betrieben werden häufig nicht wirklich auf das Thema „Prozesse“ eingestimmt. Oft sind Rollen, Verantwortlichkeiten und Informationsketten nicht transparent. Von den Zielen und dem Kunden-Lieferanten-Verhältnis ganz abgesehen.

Bei der Frage nach existierenden Verschwendungen wird es dann häufig undurchsichtig. Einige wenige Prozessbeteiligte können Verschwendung benennen, jedoch sind oft Sätze wie „Das war schon immer so…“ oder „Das ist historisch gewachsen…“ an der Tagesordnung. Tatsache ist, dass Betriebsblindheit die Wahrnehmung für Verschwendung mächtig trübt. Menschen, die viele Jahre in den gleichen wiederkehrenden Prozessen tätig sind, nehmen Verschwendungen nicht als diese wahr.

 

Wie Blinde zu Sehenden werden

Das größte Verständnis für komplexe Zusammenhänge wird durch eigenes Ausprobieren erlangt, durch Tasten, dreidimensionales Erleben.

Kombiniert man das Ausprobieren noch mit einer spielerischen Komponente, dann landet man bei der Methodik des Planspiels, die bereits in vielen verschiedenen Varianten Anwendung findet. Immer mit dem gleichen Ziel: Verständnis für komplexe Themen durch eine Selbsterfahrung erlangen. Einfacher gesagt, ist es nichts anderes als eine Sehhilfe.

 

LEGO Steine sorgen für den klaren Durchblick

Genau das ist es, was einen großen Teil unserer Beratungsarbeit ausmacht:, den Menschen in den Betrieben genau diese Sehhilfen zu geben. Zu den Themen KVP, Lean und Prozessoptimierung bieten wir ein sehr effektives Starterpaket an: Ein LEGO-Planspiel, bei dem ein dargestellter Prozess durch die Teilnehmer nachhaltig optimiert wird.

Das Produkt im Planspiel steht in fast jedem Garten – es geht um den Prozessablauf beim Bau eines Grills. Angefangen von der Auftragsannahme über die Arbeitsvorbereitung bis hin zum Werkstattmeister mit seinen Mitarbeitern, sollen so viele Gartengrills wie möglich innerhalb einer vorgegebenen Zeit für einen Großkunden hergestellt werden. Anschließend identifizieren die Spieler die Schwachstellen im Prozessablauf und erhalten die Aufgabe, den Ablauf möglichst verschwendungsfrei zu gestalten. Der Prozessumbau hat das Ziel, einen größeren Durchsatz in der gleichen Zeit zu erlangen. In weiteren Spielrunden erleben die Teilnehmer dann, was es bedeutet, einen Prozess schlanker und verschwendungsfreier zu gestalten und welche vielseitigen Möglichkeiten sich dazu bieten.

 

Möglichkeiten zur Anwendung

Wenn Prozesse unter Einbindung der Mitarbeiter nachhaltig optimieren werden sollen, ist die Vorbereitung wesentlicher Erfolgsfaktor. Dazu gehört die Einstimmung der Mitarbeiter auf das Thema Prozesse und verschiedenen Verschwendungsarten. Dies gelingt sehr gut mit dem LEGO-Planspiel:

  • Prozessdenken wird gefördert
  • Verschiedene Arten der Verschwendung werden vermittelt
  • Rollen und Verantwortlichkeiten werden deutlich
  • Kommunikationsverhalten wird reflektiert

Nicht zuletzt kann das Planspiel bei festen Arbeitsgruppen auch als effektive Teambuilding-Maßnahme mit direktem Bezug zum Arbeitsalltag genutzt werden.

Die möglichen Workshop-Varianten liegen in einer Zeitspanne von vier Stunden bis zu einem Tag, je nach Zielsetzung. Nutzen Sie diesen einfachen Einstieg in die Prozessoptimierung! Denn Prozessoptimierung kann auch Spaß machen!

 

Jörg NötzelJörg Nötzel ist Maschinenbautechniker und Lean-Experte. Als Projektleiter betreut er Unternehmen zu den Themen Wertstromoptimierung, Prozess- und Verschwendungsanalyse, KVP und Lean Management.

> Mehr Infos zu Jörg Nötzel
> Jörg Nötzel eine E-Mail schreiben

Bildnachweis

Bildnachweis Ekaterina_Minaeva / Shutterstock.com

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Lean, Teamentwicklung und getagged mit , , . Bookmarken Sie den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.